Neuer Buchverlag aus Zürich

Sturm & Drang Publishing heißt ein neuer Buchverlag aus Zürich, der im September mit Fotobüchern an den Start geht: “Das Auge der Liebe” von René Groebli, “Out There” von Bruno Augsburger und “The Way of the Golden Mountain” von Xiaoxiao Xu. Außerdem im Angebot: “Respect the Dots” von Reto Caduff, der den Verlag gründete. Am 17. September findet eine Buch-Vernissage zu “Das Auge der Liebe” in der Christophe Guye Galerie in Zürich statt.
http://sturmanddrang.net/

Matej Sitar. Morning Sun.

 

Guter Hoffnung sein. 266 Tage sind der Durchschnittswert, bis sich aus einer befruchteten Eizelle ein Kind entwickelt und dieses das Licht der Welt erblickt. Wie es als Vater sein wird? Was sich ändert? Wie die Tage aussehen in einem Leben zu dritt? Matej Sitar weiß es nicht. Aber der slowenische Fotograf setzt sich fotografisch mit dem gleichermaßen beglückenden wie verwirrenden Moment auseinander, als er von der Schwangerschaft seiner Freundin Maja erfährt. Weiterlesen

The PhotoBookMuseum in Köln eröffnet!

Seit 19. August 2014 beherbergt das  Carlswerk in Köln-Mülheim (Schanzenstr. 6-20) das temporäre PhotoBookMuseum. Auf über 5000 Quadratmetern werden 30 Ausstellungen und PhotoBookStudies gezeigt. Zum Rahmenprogramm gehören Lectures, Workshops, Diskussionen sowie Signierstunden mit den ausstellenden Künstlern und den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats (bis 3. Oktober 2014). Hier zwei Links zu aktuellen Radiobeiträgen, die Vorfreude wecken auf einen Besuch:

Live-Bericht WDR 3 vom 19.8.14
und Interview mit Markus Schaden in einer DLF-Sendung vom 19.8.14.
Weitere Informationen: www.thephotobookmuseum.com

Siehe auch unser Beitrag vom April 2014: Realisierung eines Masterplans

 

The Photography Workshop Series.

Larry Fink on Composition and Improvisation. Links das Foto: Pat Sabatine’s Eight Birthday Party

Larry Fink on  Improvisation and Composition. Rechts: Pat Sabatine’s Eight Birthday Party

„This is a famous picture that I take a long time ago. It’s an extraordinary photograph. One of the reasons this picture is so heralded is because it’s about more than the subject matter, it’s about the nature of photography.“ So leitet Larry Fink eine Beschreibung zu seinem Bild „Pat Sabatine’s Eight Birthday Party“ aus seiner großartigen Serie „Social Grace“ ein. Weiterlesen

Horst A. Friedrichs. Denim Style.

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Der Stoff, aus dem die Träume sind. Eine Jeans ist eine Jeans ist eine Jeans. Vielleicht für dich! Nicht aber für jene, für die Webkanten, Färbung der Kettfäden, Stoffstärke, Waschung etc. zur Glaubensfrage wird. Nicht für diejenigen, die Denim-Vintage sammeln und dafür horrende Summen ausgeben. Nicht für diejenigen, die sich den vorherrschenden Trends verweigern und ausschließlich klassisches „Raw Denim“ tragen. Die steife, indigogefärbte Kleidungsstücke erwerben, diese erst mal nicht waschen, um deutliche Gebrauchsspuren durch Abrieb, Falten etc. zu erzielen. Die also eine Hose gerne ein halbes Jahr eintragen, ohne sie in die Waschmaschine wandern zu lassen, um einen individuellen Look auf dem Stoff zu erzielen. Weiterlesen

Thomas Henning. Sperrmüll, 1983.

 

Thomas Henning. Sperrmüll, 1983

Thomas Henning. Sperrmüll, 1983

Die Stadt, der Müll und das Leben. Letzteres entfaltet sich vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Ausgelassenheit und Goldgräberstimmung liegen in der Luft. Ein heißer Sommer. Und ein Moment der Freiheit und des herrschaftsfreien Raumes. Matratzen fliegen aus Fenstern. Sperrmüll türmt sich an den Straßenecken. So kunstvoll diese Müllberge von denen einen zusammengesetzt werden, so erbarmungslos werden sie von den anderen gefleddert. Im Glückstaumel tragen die Straßensammler ihren Trophäen von dannen, bevor diese von den ausrückenden Sperrmüllwagen eingesammelt werden können. Weiterlesen

Neu: KEHRER BERLIN

Am  31. Mai  eröffnete der Heidelberger Fotobuch- und Kunstverlag Kehrer eine Galerie in Berlin. Die erste Ausstellung zeigt Arbeiten des in Rom und Moskau lebenden Fotografen Davide Monteleone (*1974) unter dem Titel »Borderline Empire«.
Aus der Ankündigung: “Unsere neue Galerie KEHRER BERLIN vertritt deutsche und internationale Fotografinnen und Fotografen, die sowohl für die Gegenwart als auch für die Geschichte des Mediums von besonderer Bedeutung sind. Das Programm von KEHRER BERLIN bildet somit sämtliche Genres der Fotografie ab und beinhaltet auch den Aspekt der ‘Fotografie über Fotografie’”.
Adresse: Potsdamer Straße 100, 10785 Berlin, T +49 30 688 16 949, contact@kehrerberlin.com. Mittwoch bis Samstag, 11 bis 18 Uhr und bei Anmeldung

Realisierung eines Masterplans. Markus Schaden zündet die erste Stufe des PhotoBookMuseums.

The_PBMZunächst blitzte es. Ein Feuerwerk wurde abgefeuert aus symmetrisch tanzenden Zeichen und sich großspurig aus dem Fenster lehnenden Slogans. Eine Seite im Netz, die mit einer stakkatohaften Animation „The PhotoBookMuseum“ ankündigte. Auch wenn das sehr smart rüber kam, wollte man als derjenige, der dem Fotobuch wohl gewogen ist, nicht gleich die Champagnerflasche öffnen, sondern lieber vernünftig am Tee nippen, um bekanntlich erst mal abzuwarten. Weiterlesen

Schönheit im größten Wahnsinn.

Ein Gespräch mit dem Fotografen Gerald von Foris, der eigentlich nicht reden will und es dann zum Glück doch tut.

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Da ist er, der erste schöne Frühlingstag. Jegliche Schwermut, die sich aus dem vorherrschenden Grau des Februars gefüttert hat, scheint wie weggeblasen. Passt gar nicht zum Termin mit meinem Gesprächspartner Gerald von Foris, der von sich selbst sagt: “Selbst wenn ich einen Baum fotografiere, sieht der noch melancholisch aus!” Desperate Themen behandeln, die sich als Schatten über die Leichtigkeit des Seins im ersehnten Sonnenlicht schieben? Einige Überredungskunst ging voraus, um ein Treffen mit Gerald von Foris zu verabreden. “Ich find mich unbedeutend, es gibt doch so viele Fotografen, die haben Superzeugs am Start und die haben wirklich was zu sagen. Warum denn ausgerechnet ich?” Weiterlesen

Fanpost 10: Mars. Eine fotografische Entdeckung

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Südpolarregion. Tiefer Einschnitt in polare Sedimentschichten

Eine neue Fanpost im Blog, heute von Christiane Stahl, die mit Mars. Eine fotografische Entdeckung  eines der spektakulärsten Projekte der letzten Zeit vorstellt.

Christiane Stahl ist seit 2002 Leiterin der Alfred Erhardt Stiftung, um sich der Erschließung des umfangreichen Werks des deutschen Fotografen und Dokumentarfilmers zu widmen. Ein Besuch in der Alfred Erhardt Stiftung in Berlin lohnt sich eigentlich immer, wo Christiane Stahl  ein interessantes Programm aus Ausstellungen, Künstlergesprächen, Filmvorführungen etc. auf die Beine stellt. In den präsentierten Ausstellungen wird ein Ansatz gepflegt, der zeitgenössische fotografische Postionen mit den Arbeiten des Vertreters der Neuen Sachlichkeit in Verbindung setzt. Warum Christiane Stahl, die einst Kunstgeschichte und Theater- und Filmwissenschaft studierte und über Alfred Erhardts Frühwerk promoviert hat, von der Publikation über den Roten Planeten so fasziniert ist, führt sie im Folgenden aus:

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David Lynch. The Factory Photographs.

(1) Press Image l David Lynch, Untitled (Lodz), 2000

Warum muss ich ausgerechnet an eine Pralinenschachtel bei dem neuen Buch von David Lynch denken? Liegt vielleicht an der sepia-farbenen Verpackung und der goldenen Aufschrift. Eine kleine Serie mit Bildern, die in Rauch eingehüllte Fabrikgebäude und einen trüben Himmel zerschneidende Elektroleitungen zeigen, bildet den Auftakt. Dann ein Interview mit dem Künstler, ein beigefügtes Porträt, einige Zeichnungen – das alles ist mir einen Tick zu gefällig, zu zuckersüß. Spätestens dann, wenn auch noch eine Liste mit Zitaten des Maestros beigefügt wird. Weiterlesen

Marco van Duyvendijk.
Riko / SMA Negeri 1 Semarang.

SMA Negeri 1 Semarang

Schon bei “Love Doll Factory”, das hier vor nicht allzu langer Zeit vorgestellt wurde, hatte Marco van Duyvendijk es angekündigt. Eine kleine Buchserie mit verschiedenen Themen sollte entstehen. Jetzt fand ich zwei neue Publikationen des in Rotterdam lebenden Fotografen im Briefkasten: “Riko” und “SMA Negeri 1 Semarang”. Das rote und das blaue Album. Ein Buch über Tanz, eines über eine alte Schule. Weiterlesen

Der Acker als Paradies. Ein Interview mit Andreas Weinand.

Margret

In seinem furiosen Buch COLOSSAL YOUTH von 2011 berichtet der Fotograf Andreas Weinand aus dem Innersten einer Clique von jungen Menschen. Diese sind getrieben von einem unersättlichen Hunger nach dem Leben. Sex & Drugs & Punk’n’Roll. Zum Rausch der Utopie wird der Kater gleich mitgeliefert. In wenigen Bildern, die bereits Ende der achtziger Jahre  entstanden sind, wird das Ungestüme, das Maßlose der Jugendlichen, die einen alternativen Lebensentwurf pflegen, skizziert. Das  Buch lässt den Betrachter am Ende mit leichter Verstörung zurück. Einen Lebenswurf  ganz anderer Art zeigt Andreas Weinand in seinem jüngsten Buch THE GOOD EARTH.

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2. Vienna Photobook Festival

Nach dem erfolgreichen Start in 2013 (siehe Beitrag in PHOTONEWS 7-8/2013) findet das Wiener Fotobuchfestival auch 2014 statt, organisiert und veranstaltet vom bewährten Team Regina Anzenberger (Galerie und Agentur Anzenberger) und Michael Kollmann (Fotobuchkurator bei OSTLICHT). Das Programm mit Buchmesse (Verlage und Händler), Vorträgen, Signierstunden etc. wird dieses Jahr erweitert mit Portfolio-Reviews. Die Liste der Vortragenden klingt vielversprechend: Gerry Badger, Josef Koudelka, Horacio Fernandez, Rob Hornstra, Manfred Heiting, Irene Attinger, Erik Kessels, Irina Chmyreva, Katarzyna Majak, Simon Baker, Walther König (work in progress). Termin: 14. und 15. Juni 2014. Veranstaltungsort: Anzenberger Gallery und OSTLICHT in der Wiener Ankerbrotfabrik. Alle Informationen unter: www.viennaphotobookfestival.com

Oliver Sieber. Imaginary Club

Doppelseite aus Imaginary Club

Doppelseite aus Imaginary Club

Hereinspaziert in den Imaginary Club! Wie viele Nächte hat sich Oliver Sieber um die Ohren geschlagen? Wie viele Drinks hat er zu sich genommen? Welche Musik hat er dabei gehört?  Auf welche Weise hat er wohl die Leute angesprochen und ihnen sein ungewöhnliches Anliegen vorgetragen? Wie viele Leute haben ihm eine Absage erteilt? Wie viele sind direkt aus dem Dunkel des Clubs vor seine Kamera getreten?

Den Imaginary Club gibt es nicht. Der ist nur erfunden, wie der Name schon verrät. Oder doch – es gibt den Imaginary Club. Der ist überall: in den großen Metropolen Los Angeles, New York, Tokio, manchmal auch in kleinen Städten in Finnland oder Deutschland. Oliver Sieber führt uns den Club als einen Ort der sozialen Utopie vor, der für einen bestimmten Augenblick der Welt vor der Tür einen eigenen konzentrierten Moment entgegensetzt, wie es Mercedes Bunz einmal formuliert hat. Weiterlesen