
Das Erscheinen des Buches „The Last Resort“ im Jahr 1985 zog einen Sturm der Entrüstung nach sich. Darin ist eigentlich schon alles versammelt, was die spätere Ästhetik und Themenauswahl von Martin Parr ausmachen sollte. Der englische Fotograf führte auf dem Höhepunkt der Thatcher-Ära Szenen aus dem Seebad New Brighton vor, von dessen Prachtfassaden die Farbe abblätterte und in dem Familien der englischen Arbeiterklasse an den vermüllten Badestränden in der Sonne rösteten. Das konnte nur heftige, ablehnende Reaktionen zur Folge haben: eine voyeuristische bzw. zynische Vorgehensweise wurde dem Fotografen vorgeworfen. Es war der Grundstein zu einer großen Karriere. „Ich bin süchtig nach Stränden“, sagt Martin Parr von sich. Jetzt, viele Jahre und unzählige Buchveröffentlichungen später, frönt er erneut seinem Lieblingsthema.


