We Love Martin Parr!

Neues vom Herrn der Fotobücher. Gerade habe ich zwei wunderbare Bücher im Stapel der Neuerscheinungen entdeckt. „Hong Kong Parr“ ist der eine Titel, erschienen bei Gost Books. Da lässt sich nur konstatieren: Wo Parr draufsteht, ist auch Parr drin. Von der Blindspot Gallery in Hongkong beauftragt, ist Martin Parr für einige Zeit in der Stadt mit einer der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit unterwegs gewesen. Ein gefundenes Fressen für ihn, wenn er sich durch das hektische Straßentreiben bewegt und Situationen des Alltags aufsaugt. Weiterlesen

Neuer Buchverlag aus Zürich

Sturm & Drang Publishing heißt ein neuer Buchverlag aus Zürich, der im September mit Fotobüchern an den Start geht: “Das Auge der Liebe” von René Groebli, “Out There” von Bruno Augsburger und “The Way of the Golden Mountain” von Xiaoxiao Xu. Außerdem im Angebot: “Respect the Dots” von Reto Caduff, der den Verlag gründete. Am 17. September findet eine Buch-Vernissage zu “Das Auge der Liebe” in der Christophe Guye Galerie in Zürich statt.
http://sturmanddrang.net/

Neu: KEHRER BERLIN

Am  31. Mai  eröffnete der Heidelberger Fotobuch- und Kunstverlag Kehrer eine Galerie in Berlin. Die erste Ausstellung zeigt Arbeiten des in Rom und Moskau lebenden Fotografen Davide Monteleone (*1974) unter dem Titel »Borderline Empire«.
Aus der Ankündigung: “Unsere neue Galerie KEHRER BERLIN vertritt deutsche und internationale Fotografinnen und Fotografen, die sowohl für die Gegenwart als auch für die Geschichte des Mediums von besonderer Bedeutung sind. Das Programm von KEHRER BERLIN bildet somit sämtliche Genres der Fotografie ab und beinhaltet auch den Aspekt der ‘Fotografie über Fotografie’”.
Adresse: Potsdamer Straße 100, 10785 Berlin, T +49 30 688 16 949, contact@kehrerberlin.com. Mittwoch bis Samstag, 11 bis 18 Uhr und bei Anmeldung

Realisierung eines Masterplans. Markus Schaden zündet die erste Stufe des PhotoBookMuseums.

The_PBMZunächst blitzte es. Ein Feuerwerk wurde abgefeuert aus symmetrisch tanzenden Zeichen und sich großspurig aus dem Fenster lehnenden Slogans. Eine Seite im Netz, die mit einer stakkatohaften Animation „The PhotoBookMuseum“ ankündigte. Auch wenn das sehr smart rüber kam, wollte man als derjenige, der dem Fotobuch wohl gewogen ist, nicht gleich die Champagnerflasche öffnen, sondern lieber vernünftig am Tee nippen, um bekanntlich erst mal abzuwarten. Weiterlesen

Schönheit im größten Wahnsinn.

Ein Gespräch mit dem Fotografen Gerald von Foris, der eigentlich nicht reden will und es dann zum Glück doch tut.

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Da ist er, der erste schöne Frühlingstag. Jegliche Schwermut, die sich aus dem vorherrschenden Grau des Februars gefüttert hat, scheint wie weggeblasen. Passt gar nicht zum Termin mit meinem Gesprächspartner Gerald von Foris, der von sich selbst sagt: “Selbst wenn ich einen Baum fotografiere, sieht der noch melancholisch aus!” Desperate Themen behandeln, die sich als Schatten über die Leichtigkeit des Seins im ersehnten Sonnenlicht schieben? Einige Überredungskunst ging voraus, um ein Treffen mit Gerald von Foris zu verabreden. “Ich find mich unbedeutend, es gibt doch so viele Fotografen, die haben Superzeugs am Start und die haben wirklich was zu sagen. Warum denn ausgerechnet ich?” Weiterlesen

Just another boring photo book list!

Abgerechnet wird am Schluss! Der Listenwahn grassiert – same procedure as every year. Fotobuchlisten…Listen…und noch mehr Listen. Die opportunen Reaktionen darauf: zumeist Überdruss und Gemurre. Ist das alles zu viel des Guten? Andreas Herzau etwa schreibt in seinem Blog: „Meine Vermutung geht dahin, dass die Verfasser dieser Listen sich selbst adeln wollen und eine geschickte Form von Eigen-PR betreiben.“

Lord Michael (Buchhandlung im Haus der Fotografie) und Sir Peter (Photonews-Blogbuch) streicheln also ihr Ego und suchen aus 600 Titeln ihre Lieblingsbücher heraus. Äußerst subjektiv und immer ein wenig abseitig. Weiterlesen

Crowdfunding für elfuhrelf

Es häufen sich die Meldungen zu Buchprojekten, die mit Hilfe von Crowdfunding realisiert werden sollen. Auf eine besondere Initiative aus Köln möchten wir hier hinweisen: Das Fotografie Projekt “elfuhrelf”  über den Kölner Karneval. Neun der bekanntesten Fotojournalisten und Kunstfotografen der Stadt – Theodor Barth, Ute Behrend, Thekla Ehling, Dirk Gebhardt, Matthias Jung, David Klammer, Frederic Lezmi, Nadine Preiß und Wolfgang Zurborn - haben sich zusammengetan und drei Sessionen Karneval ganz genau hingeschaut. Entstanden ist ein gemeinschaftliches Kunstprojekt, aus dem jetzt ein Buch und eine Ausstellung werden sollen. Interessierte können das Projekt noch bis zum 22. Dezember um 23.59 Uhr unterstützen. Es gibt verschiedene Subskriptionsangebote. Siehe: www.startnext.de/elfuhrelf 

Nadine Preiß, aus "Wir waren Helden"

Nadine Preiß, aus “Wir waren Helden”

Kurt Dornig. Über Buchgestaltung

 

Cornelia Blum, Auszeit. Buchgestaltung: Kurt Dornig

 

Mir passiert es immer wieder, dass mir Fotobücher in die Hände fallen, bei denen ich unmittelbar merke: es knirscht. Inhalt und Form finden überhaupt nicht zueinander. Man hätte besser daran getan, einen Experten ranzulassen, der entsprechende Erfahrung auf dem Feld der Buchgestaltung mitbringt. Etwa jemanden wie Kurt Dornig, der Graphikdesigner und Illustrator ist und sein Studio in Dornbirn/Österreich betreibt.

Zufällig kam ich vor einiger Zeit mit ihm ins Gespräch, als er mich zu  einem Buch befragte, von dem ich noch nie gehört hatte und das mich unmittelbar neugierig machte. Daraus entspann sich sogleich ein intensives Gespräch, in dessen Verlauf ich mich mit meinem Gegenüber über Materialien, über Gestaltungswerkzeuge, über falsch verstandenes Design und umgekehrt über besonders gelungene Bücher austauschte. Weiterlesen

Piergiorgio Casotti.
Sometimes I cannot smile.

Auf dem grauen Leineneinband blickt uns ein blutroter Beelzebub entgegen. Ein Dämon mit großem Schlund, der uns in die Hölle mitreißt, wenn wir das Buch aufschlagen. Elvira sagt: „Ich versuche, Spaß zu haben, aber manchmal kann ich nicht lachen.“ Und Upaluk Poppel vom „Inuit Circumpolar Youth Council“ wird zitiert: „Wenn die Bevölkerungen von Kanada, Dänemark oder den USA vergleichbare Selbstmordraten hätten, würde dort der innere Notstand ausgesprochen.“ Weiterlesen

Museum of Fine Arts, Houston, übernimmt Fotobuchsammlung von Manfred Heiting

2002 und 2004 hatte das Museum of Fine Arts in Houston, MFAH,  bereits die wertvolle Fotografiesammlung von Manfred Heiting erworben. Seither hatte sich der passionierte Sammler und Fotografie-Experte vor allem dem Medium Fotobuch gewidmet. So gab er 2011 das Buch “Deutschland im Fotobuch” heraus und ein Jahr später den 1. Band von “Autopsie” (das zweibändige Werk stellt die deutschsprachigen Fotobücher der Zwischenkriegszeit vor). Wie das MFAH am 27. Juni in einer Presseerklärung mitteilte, konnten nun die 25.000 Titel sowie Begleitmaterial umfassende Fotobuchsammlung durch Ankauf und Spende für das Museum gesichert werden. Details dazu in der Pressemitteilung

Sarah Hildebrand. Verlassene Orte

Fast schon obligatorisch: die Erstellung einer Vorzugsausgabe, mit der Fotografen die eigentliche Buchproduktion subventionieren. Der Kreativität ist dabei keine Grenze gesetzt. Ein besonders schönes Beispiel ist die Edition von Sarah Hildebrand zu ihrem kürzlich erschienenen Buch „Verlassene Orte“, die ich gerade in der Buchhandlung für Photographie in Hamburg entdeckt habe. Weiterlesen

Kai Wiedenhöfer: Wall on Wall

Diese Meldung betrifft nicht nur ein Buch. In der aktuellen PHOTONEWS (Juni 2013) stellen wir die Arbeit von Kai Wiedenhöfer vor. Seine Panoramabilder von Grenzmauern und -zäunen weltweit erscheinen in Kürze in einem Buch im Steidl Verlag (“Confrontier”) und sollen ab Juli in einer Installation auf der Berliner Mauer zu sehen sein. Für das Projekt WALL ON WALL werden dringend noch Unterstützer via Kickstarter gesucht:
http://www.kickstarter.com/projects/701554058/wallonwall-a-photo-exhibition-on-the-berlin-wall