Realisierung eines Masterplans. Markus Schaden zündet die erste Stufe des PhotoBookMuseums.

The_PBMZunächst blitzte es. Ein Feuerwerk wurde abgefeuert aus symmetrisch tanzenden Zeichen und sich großspurig aus dem Fenster lehnenden Slogans. Eine Seite im Netz, die mit einer stakkatohaften Animation „The PhotoBookMuseum“ ankündigte. Auch wenn das sehr smart rüber kam, wollte man als derjenige, der dem Fotobuch wohl gewogen ist, nicht gleich die Champagnerflasche öffnen, sondern lieber vernünftig am Tee nippen, um bekanntlich erst mal abzuwarten. Weiterlesen

Schönheit im größten Wahnsinn.

Ein Gespräch mit dem Fotografen Gerald von Foris, der eigentlich nicht reden will und es dann zum Glück doch tut.

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Da ist er, der erste schöne Frühlingstag. Jegliche Schwermut, die sich aus dem vorherrschenden Grau des Februars gefüttert hat, scheint wie weggeblasen. Passt gar nicht zum Termin mit meinem Gesprächspartner Gerald von Foris, der von sich selbst sagt: “Selbst wenn ich einen Baum fotografiere, sieht der noch melancholisch aus!” Desperate Themen behandeln, die sich als Schatten über die Leichtigkeit des Seins im ersehnten Sonnenlicht schieben? Einige Überredungskunst ging voraus, um ein Treffen mit Gerald von Foris zu verabreden. “Ich find mich unbedeutend, es gibt doch so viele Fotografen, die haben Superzeugs am Start und die haben wirklich was zu sagen. Warum denn ausgerechnet ich?” Weiterlesen

Fanpost 10: Mars. Eine fotografische Entdeckung

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Südpolarregion. Tiefer Einschnitt in polare Sedimentschichten

Eine neue Fanpost im Blog, heute von Christiane Stahl, die mit Mars. Eine fotografische Entdeckung  eines der spektakulärsten Projekte der letzten Zeit vorstellt.

Christiane Stahl ist seit 2002 Leiterin der Alfred Erhardt Stiftung, um sich der Erschließung des umfangreichen Werks des deutschen Fotografen und Dokumentarfilmers zu widmen. Ein Besuch in der Alfred Erhardt Stiftung in Berlin lohnt sich eigentlich immer, wo Christiane Stahl  ein interessantes Programm aus Ausstellungen, Künstlergesprächen, Filmvorführungen etc. auf die Beine stellt. In den präsentierten Ausstellungen wird ein Ansatz gepflegt, der zeitgenössische fotografische Postionen mit den Arbeiten des Vertreters der Neuen Sachlichkeit in Verbindung setzt. Warum Christiane Stahl, die einst Kunstgeschichte und Theater- und Filmwissenschaft studierte und über Alfred Erhardts Frühwerk promoviert hat, von der Publikation über den Roten Planeten so fasziniert ist, führt sie im Folgenden aus:

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David Lynch. The Factory Photographs.

(1) Press Image l David Lynch, Untitled (Lodz), 2000

Warum muss ich ausgerechnet an eine Pralinenschachtel bei dem neuen Buch von David Lynch denken? Liegt vielleicht an der sepia-farbenen Verpackung und der goldenen Aufschrift. Eine kleine Serie mit Bildern, die in Rauch eingehüllte Fabrikgebäude und einen trüben Himmel zerschneidende Elektroleitungen zeigen, bildet den Auftakt. Dann ein Interview mit dem Künstler, ein beigefügtes Porträt, einige Zeichnungen – das alles ist mir einen Tick zu gefällig, zu zuckersüß. Spätestens dann, wenn auch noch eine Liste mit Zitaten des Maestros beigefügt wird. Weiterlesen

Marco van Duyvendijk.
Riko / SMA Negeri 1 Semarang.

SMA Negeri 1 Semarang

Schon bei “Love Doll Factory”, das hier vor nicht allzu langer Zeit vorgestellt wurde, hatte Marco van Duyvendijk es angekündigt. Eine kleine Buchserie mit verschiedenen Themen sollte entstehen. Jetzt fand ich zwei neue Publikationen des in Rotterdam lebenden Fotografen im Briefkasten: “Riko” und “SMA Negeri 1 Semarang”. Das rote und das blaue Album. Ein Buch über Tanz, eines über eine alte Schule. Weiterlesen

Der Acker als Paradies. Ein Interview mit Andreas Weinand.

Margret

In seinem furiosen Buch COLOSSAL YOUTH von 2011 berichtet der Fotograf Andreas Weinand aus dem Innersten einer Clique von jungen Menschen. Diese sind getrieben von einem unersättlichen Hunger nach dem Leben. Sex & Drugs & Punk’n’Roll. Zum Rausch der Utopie wird der Kater gleich mitgeliefert. In wenigen Bildern, die bereits Ende der achtziger Jahre  entstanden sind, wird das Ungestüme, das Maßlose der Jugendlichen, die einen alternativen Lebensentwurf pflegen, skizziert. Das  Buch lässt den Betrachter am Ende mit leichter Verstörung zurück. Einen Lebenswurf  ganz anderer Art zeigt Andreas Weinand in seinem jüngsten Buch THE GOOD EARTH.

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2. Vienna Photobook Festival

Nach dem erfolgreichen Start in 2013 (siehe Beitrag in PHOTONEWS 7-8/2013) findet das Wiener Fotobuchfestival auch 2014 statt, organisiert und veranstaltet vom bewährten Team Regina Anzenberger (Galerie und Agentur Anzenberger) und Michael Kollmann (Fotobuchkurator bei OSTLICHT). Das Programm mit Buchmesse (Verlage und Händler), Vorträgen, Signierstunden etc. wird dieses Jahr erweitert mit Portfolio-Reviews. Die Liste der Vortragenden klingt vielversprechend: Gerry Badger, Josef Koudelka, Horacio Fernandez, Rob Hornstra, Manfred Heiting, Irene Attinger, Erik Kessels, Irina Chmyreva, Katarzyna Majak, Simon Baker, Walther König (work in progress). Termin: 14. und 15. Juni 2014. Veranstaltungsort: Anzenberger Gallery und OSTLICHT in der Wiener Ankerbrotfabrik. Alle Informationen unter: www.viennaphotobookfestival.com

Oliver Sieber. Imaginary Club

Doppelseite aus Imaginary Club

Doppelseite aus Imaginary Club

Hereinspaziert in den Imaginary Club! Wie viele Nächte hat sich Oliver Sieber um die Ohren geschlagen? Wie viele Drinks hat er zu sich genommen? Welche Musik hat er dabei gehört?  Auf welche Weise hat er wohl die Leute angesprochen und ihnen sein ungewöhnliches Anliegen vorgetragen? Wie viele Leute haben ihm eine Absage erteilt? Wie viele sind direkt aus dem Dunkel des Clubs vor seine Kamera getreten?

Den Imaginary Club gibt es nicht. Der ist nur erfunden, wie der Name schon verrät. Oder doch – es gibt den Imaginary Club. Der ist überall: in den großen Metropolen Los Angeles, New York, Tokio, manchmal auch in kleinen Städten in Finnland oder Deutschland. Oliver Sieber führt uns den Club als einen Ort der sozialen Utopie vor, der für einen bestimmten Augenblick der Welt vor der Tür einen eigenen konzentrierten Moment entgegensetzt, wie es Mercedes Bunz einmal formuliert hat. Weiterlesen

Just another boring photo book list!

Abgerechnet wird am Schluss! Der Listenwahn grassiert – same procedure as every year. Fotobuchlisten…Listen…und noch mehr Listen. Die opportunen Reaktionen darauf: zumeist Überdruss und Gemurre. Ist das alles zu viel des Guten? Andreas Herzau etwa schreibt in seinem Blog: „Meine Vermutung geht dahin, dass die Verfasser dieser Listen sich selbst adeln wollen und eine geschickte Form von Eigen-PR betreiben.“

Lord Michael (Buchhandlung im Haus der Fotografie) und Sir Peter (Photonews-Blogbuch) streicheln also ihr Ego und suchen aus 600 Titeln ihre Lieblingsbücher heraus. Äußerst subjektiv und immer ein wenig abseitig. Weiterlesen

Crowdfunding für elfuhrelf

Es häufen sich die Meldungen zu Buchprojekten, die mit Hilfe von Crowdfunding realisiert werden sollen. Auf eine besondere Initiative aus Köln möchten wir hier hinweisen: Das Fotografie Projekt “elfuhrelf”  über den Kölner Karneval. Neun der bekanntesten Fotojournalisten und Kunstfotografen der Stadt – Theodor Barth, Ute Behrend, Thekla Ehling, Dirk Gebhardt, Matthias Jung, David Klammer, Frederic Lezmi, Nadine Preiß und Wolfgang Zurborn - haben sich zusammengetan und drei Sessionen Karneval ganz genau hingeschaut. Entstanden ist ein gemeinschaftliches Kunstprojekt, aus dem jetzt ein Buch und eine Ausstellung werden sollen. Interessierte können das Projekt noch bis zum 22. Dezember um 23.59 Uhr unterstützen. Es gibt verschiedene Subskriptionsangebote. Siehe: www.startnext.de/elfuhrelf 

Nadine Preiß, aus "Wir waren Helden"

Nadine Preiß, aus “Wir waren Helden”

Fanpost 9:
Harry Gruyaert – Roots

Harry Gruyaert - Roots

Harry Gruyaert – Roots

Eine neue Fanpost, heute von dem Hamburger Fotografen Axel Martens, der sich für das Buch “Roots” des MAGNUM-Fotografen Harry Gruyaert begeistert. Axel Martens selbst arbeitet für Redaktionen und Werbung. Am liebsten ist er im Porträtbereich tätig. Er ist Mitbegründer und Veranstalter von klubfoto in Hamburg.  Weiterlesen

Fanpost 8: Ekaterina Anokhina – 25 Weeks of Winter

Endlich wieder eine Fanpost im Blog, die heute von Michael Kollmann kommt, der tagtäglich mit dem Fotobuch zu tun hat. Er bekleidet in Wien die Stelle als Fotobuchkurator bei Peter Coeln im WestLicht(Museum) und OstLicht(Galerie). Im Museum baut er das Medium Fotobuch vermehrt in das Ausstellungsprogramm, während er in der Galerie die öffentlich zugängliche Fotobuchbibliothek mit 25.000 Büchern betreut. Michael Kollmann ist u.a. für die Ausstellung zur legendären “Camera” Zeitschrift von Allan Porter im letzten Jahr verantwortlich gewesen. Der Buchexperte ist Mitorganisator des ViennaPhotoBookFestivals, das erstmals erfolgreich in diesem Sommer stattfand. Sein neuestes Projekt heißt “Publisher in Residence”, in dem er jeweils einem Independent Verlag die Möglichkeit bietet, für die Dauer von drei Monaten sein Gesamtprogramm in der angeschlossenen Buchhandlung zu präsentieren.

Ekaterina Anokhina  - 25 Weeks of Winter

Buchcover: Ekaterina Anokhina – 25 Weeks of Winter

 

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Jim Mangan. Color’d. / Bastard Child.

Jim Mangan. Bedu.

Jim Mangan. Bedu.

Sandwolken explodieren. Körner umwirbeln nackte Körper. Mein Favorit  der diesjährigen “Visual Leader” Ausstellung ist die Serie „Bedu“ des Amerikaners Jim Mangan. Sie ist der Abschluss einer Trilogie, die nach Aussagen ihres Schöpfers den Themenkomplex „Wiedergeburt“ behandelt. „Bedu“ ist eine sehr surreal anmutende Arbeit, in der es  – wie in seinen beiden vorausgehenden Serien – um Naturverbundenheit, um Freiheit und Enthemmung geht. Nacktheit als archaische Grunderfahrung und Metapher der Lossagung von allen gesellschaftlichen Konventionen. Magnans Arbeiten wirken wie das süße Versprechen auf eine Utopie der Freiheit. Und dennoch ist sein Ansatz ein viel zurückhaltender als der eines Ryan McGinley, der mit ähnlichen Sujets arbeitet und bei dem die Lebenswelt seiner Protagonisten authentisch aussehen soll, dabei aber sehr kalkuliert rüberkommt. Weiterlesen