Oliver Sieber. Imaginary Club

Doppelseite aus Imaginary Club

Doppelseite aus Imaginary Club

Hereinspaziert in den Imaginary Club! Wie viele Nächte hat sich Oliver Sieber um die Ohren geschlagen? Wie viele Drinks hat er zu sich genommen? Welche Musik hat er dabei gehört?  Auf welche Weise hat er wohl die Leute angesprochen und ihnen sein ungewöhnliches Anliegen vorgetragen? Wie viele Leute haben ihm eine Absage erteilt? Wie viele sind direkt aus dem Dunkel des Clubs vor seine Kamera getreten?

Den Imaginary Club gibt es nicht. Der ist nur erfunden, wie der Name schon verrät. Oder doch – es gibt den Imaginary Club. Der ist überall: in den großen Metropolen Los Angeles, New York, Tokio, manchmal auch in kleinen Städten in Finnland oder Deutschland. Oliver Sieber führt uns den Club als einen Ort der sozialen Utopie vor, der für einen bestimmten Augenblick der Welt vor der Tür einen eigenen konzentrierten Moment entgegensetzt, wie es Mercedes Bunz einmal formuliert hat. Weiterlesen

Just another boring photo book list!

Abgerechnet wird am Schluss! Der Listenwahn grassiert – same procedure as every year. Fotobuchlisten…Listen…und noch mehr Listen. Die opportunen Reaktionen darauf: zumeist Überdruss und Gemurre. Ist das alles zu viel des Guten? Andreas Herzau etwa schreibt in seinem Blog: „Meine Vermutung geht dahin, dass die Verfasser dieser Listen sich selbst adeln wollen und eine geschickte Form von Eigen-PR betreiben.“

Lord Michael (Buchhandlung im Haus der Fotografie) und Sir Peter (Photonews-Blogbuch) streicheln also ihr Ego und suchen aus 600 Titeln ihre Lieblingsbücher heraus. Äußerst subjektiv und immer ein wenig abseitig. Weiterlesen

Crowdfunding für elfuhrelf

Es häufen sich die Meldungen zu Buchprojekten, die mit Hilfe von Crowdfunding realisiert werden sollen. Auf eine besondere Initiative aus Köln möchten wir hier hinweisen: Das Fotografie Projekt “elfuhrelf”  über den Kölner Karneval. Neun der bekanntesten Fotojournalisten und Kunstfotografen der Stadt – Theodor Barth, Ute Behrend, Thekla Ehling, Dirk Gebhardt, Matthias Jung, David Klammer, Frederic Lezmi, Nadine Preiß und Wolfgang Zurborn - haben sich zusammengetan und drei Sessionen Karneval ganz genau hingeschaut. Entstanden ist ein gemeinschaftliches Kunstprojekt, aus dem jetzt ein Buch und eine Ausstellung werden sollen. Interessierte können das Projekt noch bis zum 22. Dezember um 23.59 Uhr unterstützen. Es gibt verschiedene Subskriptionsangebote. Siehe: www.startnext.de/elfuhrelf 

Nadine Preiß, aus "Wir waren Helden"

Nadine Preiß, aus “Wir waren Helden”

Fanpost 9:
Harry Gruyaert – Roots

Harry Gruyaert - Roots

Harry Gruyaert – Roots

Eine neue Fanpost, heute von dem Hamburger Fotografen Axel Martens, der sich für das Buch “Roots” des MAGNUM-Fotografen Harry Gruyaert begeistert. Axel Martens selbst arbeitet für Redaktionen und Werbung. Am liebsten ist er im Porträtbereich tätig. Er ist Mitbegründer und Veranstalter von klubfoto in Hamburg.  Weiterlesen

Fanpost 8: Ekaterina Anokhina – 25 Weeks of Winter

Endlich wieder eine Fanpost im Blog, die heute von Michael Kollmann kommt, der tagtäglich mit dem Fotobuch zu tun hat. Er bekleidet in Wien die Stelle als Fotobuchkurator bei Peter Coeln im WestLicht(Museum) und OstLicht(Galerie). Im Museum baut er das Medium Fotobuch vermehrt in das Ausstellungsprogramm, während er in der Galerie die öffentlich zugängliche Fotobuchbibliothek mit 25.000 Büchern betreut. Michael Kollmann ist u.a. für die Ausstellung zur legendären “Camera” Zeitschrift von Allan Porter im letzten Jahr verantwortlich gewesen. Der Buchexperte ist Mitorganisator des ViennaPhotoBookFestivals, das erstmals erfolgreich in diesem Sommer stattfand. Sein neuestes Projekt heißt “Publisher in Residence”, in dem er jeweils einem Independent Verlag die Möglichkeit bietet, für die Dauer von drei Monaten sein Gesamtprogramm in der angeschlossenen Buchhandlung zu präsentieren.

Ekaterina Anokhina  - 25 Weeks of Winter

Buchcover: Ekaterina Anokhina – 25 Weeks of Winter

 

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Jim Mangan. Color’d. / Bastard Child.

Jim Mangan. Bedu.

Jim Mangan. Bedu.

Sandwolken explodieren. Körner umwirbeln nackte Körper. Mein Favorit  der diesjährigen “Visual Leader” Ausstellung ist die Serie „Bedu“ des Amerikaners Jim Mangan. Sie ist der Abschluss einer Trilogie, die nach Aussagen ihres Schöpfers den Themenkomplex „Wiedergeburt“ behandelt. „Bedu“ ist eine sehr surreal anmutende Arbeit, in der es  – wie in seinen beiden vorausgehenden Serien – um Naturverbundenheit, um Freiheit und Enthemmung geht. Nacktheit als archaische Grunderfahrung und Metapher der Lossagung von allen gesellschaftlichen Konventionen. Magnans Arbeiten wirken wie das süße Versprechen auf eine Utopie der Freiheit. Und dennoch ist sein Ansatz ein viel zurückhaltender als der eines Ryan McGinley, der mit ähnlichen Sujets arbeitet und bei dem die Lebenswelt seiner Protagonisten authentisch aussehen soll, dabei aber sehr kalkuliert rüberkommt. Weiterlesen

Joakim Eneroth. Swedish Red

Dunkelrot die Lettern auf dem Buchcover. Statt eines Einleitungstextes eine  Kolonne mit Buchstaben-Zahlen-Kombinationen: S-1080R, S1080-Y90R, S-1085Y80R, S1575-R10B etc. Hierbei handelt es sich um  Farbbezeichnungen eines standardisierten Referenzsystems, mit dem sich Rottöne definieren lassen. Etwa jene Rottöne schwedischer Holzhäuser.

„Faluröd“ heißt die meistgenutzte Dispersionsfarbe, mit der viele der Häuser in Schweden gestrichen werden. Sie besteht aus Eisenoxid-Pigmenten, die seit Jahrhunderten als Nebenprodukt des Kupferabbaus in der schwedischen Stadt Falun gewonnen werden. Ein einfach herzustellendes Naturprodukt mit dem Vorteil, einen äußerst beständigen Schutz gegen das oft nasskalte Wetter zu bilden. Kein Wunder also, dass das Rot der beherrschende Fassadenfarbton unserer Nachbarn im Norden ist. Als Betrachter blickt man entzückt auf die unterschiedlich rotgefärbten Fronten jener typischen Holzhäuser, die einem aus diversen Kinderbüchern, gemalten Szenen von Carl Larsson, Möbel-hauswerbung und ZDF-Filmschmonzetten nur allzu vertraut sind. So können die roten Außenwände als Projektionsfläche dienen, um unsere vagen Sehnsuchtsvorstellungen nach einem von Natur und Folklore geprägten Land bzw. einem intakten Wohlfahrtsstaat zu speisen.  Weiterlesen

Kurt Dornig. Über Buchgestaltung

 

Cornelia Blum, Auszeit. Buchgestaltung: Kurt Dornig

 

Mir passiert es immer wieder, dass mir Fotobücher in die Hände fallen, bei denen ich unmittelbar merke: es knirscht. Inhalt und Form finden überhaupt nicht zueinander. Man hätte besser daran getan, einen Experten ranzulassen, der entsprechende Erfahrung auf dem Feld der Buchgestaltung mitbringt. Etwa jemanden wie Kurt Dornig, der Graphikdesigner und Illustrator ist und sein Studio in Dornbirn/Österreich betreibt.

Zufällig kam ich vor einiger Zeit mit ihm ins Gespräch, als er mich zu  einem Buch befragte, von dem ich noch nie gehört hatte und das mich unmittelbar neugierig machte. Daraus entspann sich sogleich ein intensives Gespräch, in dessen Verlauf ich mich mit meinem Gegenüber über Materialien, über Gestaltungswerkzeuge, über falsch verstandenes Design und umgekehrt über besonders gelungene Bücher austauschte. Weiterlesen

Rinko Kawauchi. Ametsuchi.

Rinko Kawauchi ist zu beneiden. Sie hat Träume, die sich von selbst zu verwirklichen scheinen. Bereits als Kind träumte sie davon, außergewöhnlich Bücher machen zu wollen. Das ist ihr jetzt wieder mal eindrucksvoll gelungen. Das Thema des neuen, wunderbaren Buches geht ebenfalls auf einen konkreten Traum zurück, den die japanische Fotografin vor langer Zeit hatte – einen mächtigen, unheimlichen Traum. Als sie ein halbes Jahr später vor dem Fernseher saß, erkannte sie dort ein Bild des Traumes wieder. Die Szene bestand aus Menschen und Pferden, die sich auf einer grünen Wiese vor einem großen Berg befanden – an einem Ort namens Aso. Die Fotos des neuen Buches sind, man ahnt es, in jenem Aso, einer Stadt im Süden Japans, aufgenommen. Das letzte Bild zeigt tatsächlich eine grüne Hügellandschaft, in der sich Menschen und Pferde befinden. Weiterlesen

Piergiorgio Casotti.
Sometimes I cannot smile.

Auf dem grauen Leineneinband blickt uns ein blutroter Beelzebub entgegen. Ein Dämon mit großem Schlund, der uns in die Hölle mitreißt, wenn wir das Buch aufschlagen. Elvira sagt: „Ich versuche, Spaß zu haben, aber manchmal kann ich nicht lachen.“ Und Upaluk Poppel vom „Inuit Circumpolar Youth Council“ wird zitiert: „Wenn die Bevölkerungen von Kanada, Dänemark oder den USA vergleichbare Selbstmordraten hätten, würde dort der innere Notstand ausgesprochen.“ Weiterlesen

Museum of Fine Arts, Houston, übernimmt Fotobuchsammlung von Manfred Heiting

2002 und 2004 hatte das Museum of Fine Arts in Houston, MFAH,  bereits die wertvolle Fotografiesammlung von Manfred Heiting erworben. Seither hatte sich der passionierte Sammler und Fotografie-Experte vor allem dem Medium Fotobuch gewidmet. So gab er 2011 das Buch “Deutschland im Fotobuch” heraus und ein Jahr später den 1. Band von “Autopsie” (das zweibändige Werk stellt die deutschsprachigen Fotobücher der Zwischenkriegszeit vor). Wie das MFAH am 27. Juni in einer Presseerklärung mitteilte, konnten nun die 25.000 Titel sowie Begleitmaterial umfassende Fotobuchsammlung durch Ankauf und Spende für das Museum gesichert werden. Details dazu in der Pressemitteilung

Cristina De Middel. Self Publish, Be Happy Book Club Vol. III

Gerade angekommen – das neue titellose Buch von Cristina De Middel.

Drücken wir also auf den Knopf der Hypemaschine? Auf Amazon gibt es derzeit Exemplare von “Afronauts” für $ 3300,-. Jenes selbstpublizierte Buch über eine halb reale, halb fiktive Space-Geschichte, in der ein Lehrer aus Sambia sein eigenes Raumfahrtprogramm in den 60er Jahren zu initiieren versuchte und scheiterte. Sicher, ein sehr schönes Buch in 1000er Auflage ist daraus entstanden, mit kleinen Zugaben, etwa einem faksimilierten Zeitungsauschnitt, Skizzen etc. Dass “Afronauts” aber dennoch solch extreme Aufmerksamkeit generierte, war nie absehbar und hat selbst die Fotografin überrollt. Das Buch war rasend schnell ausverkauft war und wird zu exorbitanten Preisen im Netz gehandelt (s.o.), Cristina de Middel erhielt für ihre Serie u.a. eine Nominierung für den Deutsche Börse Photography Prize und gewann den ICP Infinity Award. Soeben ist das neue Buch der spanischen Fotografin bei „Self Publish Be Happy“ erschienen. Weiterlesen

Sarah Hildebrand. Verlassene Orte

Fast schon obligatorisch: die Erstellung einer Vorzugsausgabe, mit der Fotografen die eigentliche Buchproduktion subventionieren. Der Kreativität ist dabei keine Grenze gesetzt. Ein besonders schönes Beispiel ist die Edition von Sarah Hildebrand zu ihrem kürzlich erschienenen Buch „Verlassene Orte“, die ich gerade in der Buchhandlung für Photographie in Hamburg entdeckt habe. Weiterlesen