Die Form spiegelt den Inhalt. In Pergament eingewickelt, erreicht mich ein dünnes Büchlein aus den Niederlanden. Zugeklebt mit einem rosafarbigen PVC-Klebeband. Nimmt man das Buch heraus, hält man ein Softtouch-Cover in der Hand. Das ist eine Art Gummilaminierung, die für ein angenehmes Gefühl in der Hand sorgt. Auf dem Cover selbst ist ein abstraktes Knäuel aus merkwürdigen rosa Würmern abgebildet. Weiterlesen
Archiv des Autors: Peter Lindhorst
Hatje Cantz auf Tour in Hamburg
Kurzmitteilung
Wie finden Bücher ihre Leser? Vielleicht auf diese Weise: Ein Verlag geht auf Tour. In coolem Ambiente in der Speicherstadt Hamburg wird der Kunstverlag Hatje Cantz für drei Tage einen sogenannten Showroom einrichten. Gute Gelegenheit, vom 14.-16. Mai 2013 in dem umfangreichen Buchangebot des Verlags zu stöbern und an exklusiven Veranstaltungen mit Künstlern, Fotografen, Architekten, Kuratoren und Kunsthistorikern teilzunehmen. Neben zahlreichen anderen Angeboten findet am 15. Mai um 19.30 Uhr ein Gespräch mit den Fotografen Andreas Gefeller und Hans-Christian Schink statt, die über ihre Japan-Arbeiten sprechen. Während der drei Tage werden ausgewählte Arbeiten einzelner Künstler gezeigt. Besucher erhalten vor Ort 20% Preisnachlass auf die Collector’s Editions des Verlags. Vollständiges Programm und Adresse unter: http://www.hatjecantz.de/controller.php?cmd=news_detail&id=1181
Famose Künstlerbücher aus der Redfoxpress
1958 ist das Jahr, in dem die Weltausstellung in Brüssel mit ihren zukunfts-weisenden Visionen Millionen Menschen aus aller Herren Länder lockt. Der damals 11jährige Francis van Maele besitzt eine Kodak Brownie, mit der er auf den Parkplätzen rund um das Atomium herum streift und mit kindlichem Eifer die exotischen Autos ausländischer Besucher ablichtet. Ihn faszinieren die unbekannten Marken mit den fremdländischen Autoplaketten. Seine Bilder entstehen nach dem immer gleichen Kompositionsprinzip: er richtet seinen Apparat auf das Heck eines Autos, während im Hintergrund Teile der Stadtlandschaft zu erkennen sind.
Viele Jahre danach gräbt der mittlerweile als Verleger tätige Francis van Maele die vergessenen Fotos wieder aus und überlegt, wie eine geeignete Präsentationsform dafür aussehen könnte. Als eine Art Kladde kommt das kleine Büchlein daher: mit krakeliger Handschrift sind unter den sepiagefärbten Fotos die Herkunftsorte der Gefährte auf dem linierten Papier vermerkt. Nur eine der wunder-baren Kostbarkeiten von Redfoxpress, die ich gerade in der Buchhandlung im Haus der Photographie / Hamburg entdeckt habe! Weiterlesen
Gegen alle Hindernisse.
Ein Gespräch mit Pepa Hristova zur Entstehung ihres Buches “Sworn Virgins”.
Zwei Jahre sind vergangen, seit der erste Dummy entstand. Jetzt endlich soll das Buch „Sworn Virgins“ erscheinen. Ein überaus steiniger Weg liegt hinter der Fotografin Pepa Hristova. Viele Schwierigkeiten und Probleme hat sie meistern müssen, immer wieder Gespräche geführt, neue Entscheidungen getroffen und Korrekturen vorgenommen.
Gerade ist der Blindband gekommen, als wir uns unterhalten wollen. Die Fotografin ist nervös, denn dieser funktioniert noch nicht richtig. Es gibt Schwierigkeiten mit zwei unterschiedlichen Papierformaten. So können Druckstellen durch das Beschneiden entstehen. Was heißt das in seiner Konsequenz? Noch einmal eine neue Lösung finden? Noch einmal Geld reinstecken? Und führt das jetzt zu einer erneuten Verzögerung? Pepa Hristova ist eine Fotografin, die zweifelsohne hohe Ansprüche an sich selbst stellt. Egal, ob in ihrer fotografischen Arbeit oder in der Verwertung derselben. Eine standardisierte Buchproduktion käme für sie wahrscheinlich nicht in Frage. Zumindest war das nie ihre Absicht für ihre „Sworn Virgins“, eine Serie, die eine besondere Konzeption benötigt. Das verlangt viel Kreativität und birgt ebenso zahlreiche Stolperfallen.
Antonia Zennaro. Reeperbahn.
Udo Lindenberg singt: „Reeperbahn, du geile Meile.“ Und Tom Waits: “The memories are short but the tales are long when you’re in the Reeperbahn.” Immer noch ist die Reeperbahn ein mythisch aufgeladener Ort, an dem sich eine Vielzahl von Literaten, Musikern und –genau- Fotografen künstlerisch abarbeiten. So klingt mir just in diesem Moment ein Song der wunderbaren „Villagers“ entgegen, die von kleinen lustigen Fehlern im irdischen Design singen und ausgerechnet die Reeperbahn als Synonym benutzen. Weiterlesen
Books & Foam.
28. März bis 26. Mai in Amsterdam.
Ein Besuch im FOAM Amsterdam lohnt sich definitiv immer! Noch mehr ab Ende März, denn dann findet eine spezielle Veranstaltungsreihe zum Thema „Fotobuch“ statt. Natürlich ist die Feststellung, dass einige der besten Fotobücher in den Niederlanden entstanden sind, keine Neuigkeit. Die Gründe dafür wurden an dieser Stelle schon eingehend erörtert. Books & Foam werden in den nächsten zwei Monaten Beispiele gelungener Fotobücher in einer speziellen Präsentation vorstellen. Weiterlesen
Fanpost 7
Heute eine Empfehlung von Damian Zimmermann – Fotograf, Journalist, Blogger. Seine lesenswerten Texte erscheinen u.a. regelmäßig in PHOTONEWS, Kölner Stadt-Anzeiger, taz sowie im eigenen Blog. Mit Nadine Preiß hat der Fotograf zuletzt das Großprojekt „Paare – Menschenbilder aus der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts“ durchgeführt. Ein Jahr sind die beiden dazu in Deutschland umher gereist, um Paare abzulichten. Eine typologische Arbeit, die eine Hommage an eine in den 70er Jahren schon einmal initiierte Serie von Beate und Heinz Rose darstellt. Weitere Infos: www.damianzimmermann.de und www.paareprojekt.de
Michael Marten: Sea Change. A Tidal Journey Around Britain.
Gestalterisch ist „Sea Change“ nichts Besonderes: Das Standard-Hardcover ohne Schutzumschlag wirkt etwas lieblos, das weiße Vorsatzpapier ist eigentlich eine ideenlose Frechheit und das Layout mit den roten Himmelsrichtungsangaben scheint wie aus einer Schülerzeitung. Weiterlesen
ViennaPhotoBookFestival 2013.
Jetzt also auch Wien. Soeben ist der Book Salon im Düsseldorfer NRW-Forum zu Ende gegangen, da kündigt sich schon die nächste Großveranstaltung an, die ausschließlich dem Fotobuch gewidmet ist. Am 8./9. Juni 2013 findet auf dem Gelände der ehemaligen Ankerbrotfabrik das erste ViennaPhotoBookFestival statt. Dieses entsteht als Kooperation zwischen der AnzenbergerGallery und der OstLicht Galerie für Fotografie. Weiterlesen
Kenneth Gustavsson. The Magic Bar
Die Bar liegt gegenüber. Ich bin unschlüssig: Soll ich, soll ich nicht? Auch wenn ich nicht länger hier rumlungern will, irgendetwas hält mich. Da ist dieses merkwürdige Versprechen, das über der Tür prangt. Nicht das auf Alkohol, sondern jenes beschreibende Attribut im Namen, das meine Neugierde hervorruft: MAGIC. Düster und unwirklich ist die Fassade. Niemand, wirklich niemand, der rein oder raus geht. Die Scheiben gleichen mächtigen getönten Brillengläsern, die das Dahinter verbergen. Was einen dort erwartet? Ob all jene, die draußen nirgendwo anzutreffen sind, zusammen gepfercht an der Theke sitzen, Drinks nehmen, sich mit ihrem Nachbarn unterhalten, eben all jene Dinge tun, die man in Kneipen tut? Wenn die Fenster Augengläsern gleichen, dann ist der Eingang ein dunkler Schlund, der jeden schluckt, der sich ihm nähert. Ich kann nicht anders. Die Bar zieht mich magisch (!) an, ich überquere die Straße und dann bin ich drin.
Rena Effendi. Land ohne festen Boden
Mit seinem roten Kunststoffumschlag gaukelt das kleinformatige Buch irgendwas zwischen Mao-Bibel, Lehrbuch und privatem Fotoalbum vor. Ein Schmetterling ist auf der Front eingeprägt, dazu Name und Titel. In Gold. Das Vorsatzpapier besteht aus ornamentalen Mustern, genaueres Hinsehen identifiziert diese als Reihungen weiterer Schmetterlinge. Das mag ein wenig zu viel des Guten sein, verweist aber auf den Inhalt: In der Tat findet man in dem Buch immer wieder Bilder von Schmetterlingen. Mein liebster Schmetterling ist jener mit grün-weißer Färbung, der uns aus der Dunkelheit ins Licht entgegen schwebt. Aber dann ist es gar kein Schmetterling, sondern ein kleines Mädchen, das aus der Tiefe des Raumes kommt. Der halb entblößte Körper ist über und über mir grünen Farbschlieren bedeckt. Eine Creme gegen Windpocken, wie man aus dem Titel kombinieren kann. Weiterlesen
Johan Willner. Boy Stories.
Eine türkisschimmernde Fläche, zerschnitten von einer Garderobenleiste. Das Intro zu Johan Willners Buch lässt den Betrachter dicht vor einer Wand verharren, von der die eigenen Erinnerungsechos hart auf ihn zurückprasseln. Die Wand gehört zu einer Umkleidekabine. Diese wird noch einmal im Abschlussbild auftauchen. Dort wird eine umfassendere Perspektive in die Tiefe des leeren Raums gewährt. Auf einer Bank ein vergessenes Handtuch, auf dem glänzenden Boden liegen achtlos weggeworfene Bonbonpapiere. Willner schafft kinematographische Bilder, deren Inhalte einem exakten Drehbuch folgen. Dessen Schreiber ist die Erinnerung. Weiterlesen
Listenwahnsinn!
Neu! Jetzt auch hier!
Die besten Fotobücher 2012.
Ich bekenne mich! Meine Schwachstelle lautet: die Sucht nach Listen. Die 10 besten Musikalben des Jahres? Die Top 3 deutscher Romane? Die stärksten Theaterpro-duktionen? Alle Jahre wieder befällt mich die Lust, der „Listomania“ ausgiebig zu frönen: die Neugier ist einfach groß, zu erfahren, was Kritiker für wichtig befinden und so lese ich mich fiebrig durch all die Endjahresabrechnungen, Bestenlisten, Kritikerpolls, Rankings der Blogs usw. Weiterlesen
Von der Lust am Bucherfinden und
dem Hang zur Selbstausbeutung.
Misha Kominek im Gespräch.
Misha Kominek hat mehrere Vorhaben gleichzeitig am Laufen. Da schwirrt mir unweigerlich die Zeile des „Berlin“- Songs von Kraftklub durch den Kopf „Ich habe da gerade so n’ Projekt – super! Noch nichts Konkretes, aber sehr geil, businessmäßig hab ich mich da noch nicht festgelegt.“ Doch während sich Kraftklub unverhohlen lustig macht über das Geschwafel Berliner Pseudo-Kreativer, redet der Ausstellungsmacher, Büchermacher, Galerist, Buchhändler und, ach ja, Fotograf nicht nur, sondern hat eine Reihe von beachtenswerten Projekten während der letzten Jahren realisiert. Kürzlich ist ein wunderbares kleines Buch von Alec Soth erschienen, jüngst wurde die Ausstellung mit Irina Ruppert in seiner Galerie eröffnet. Zwischendurch ging es mal eben zur Offprint nach Paris. Und gerade schicke ich dem rührigen Macher aus Berlin noch eine Anfrage, als er mit Rinko Kawauchi in seiner Galerie zusammensitzt, um ein gemeinsames Buch zu koordinieren. Der Mann ist beschäftigt!
Misha, du bist zurück aus Paris – hat es sich gelohnt?
Paris ist immer für einen Café au lait gut, vor allem im November. Irgendwie ist die Stimmung in Paris ungebrochen positiv während der Paris Photo. Es war mehr als schlau von Yannick Bouillis, vor einigen Jahren die Offprint Buchmesse parallel zur Paris Photo zu gründen. Dieses Jahr war es allerdings die mit Abstand beste Offprint-Veranstaltung. Die architektonischen Gegebenheiten in der „École nationale supérieure des beaux-arts“ sind großzügig und für Besucher einladend. Die Räumlichkeiten waren nicht so verschachtelt wie zuletzt, so dass die Leute automatisch an allen Ständen vorbeigeleitet wurden. Weiterlesen
Fanpost 6:
Heute mit Stephanie Bunk, die auf vielfältige Weise der Fotografie verbunden ist, wobei sie sich besonders für den Spagat zwischen Kunst und Bildjournalismus interessiert. Sie arbeitet für die Griffelkunst Hamburg und ist dort für die Fotoeditionen verantwortlich. Vor einigen Jahren hat sie den „Raum für Photographie“ initiiert, sie ist im Vorstand des Freundeskreises des Hauses der Photographie und Co-Kuratorin der FREELENS Galerie. In der persönlichen Begegnung erweist sie sich als als geschätzte Gesprächspartnerin, mit der man extrem gut über den (fotografischen) Tellerrand hinausblicken kann. Geht es etwa um den neuen Roman von Richard Ford oder die jüngste Platte von „The Giant Sand“, immer wird man mit einem sehr dezidierten, überraschenden Urteil der gelernten Kulturwissenschaftlerin rechnen können. Der Leser mag sich von dieser Urteilskraft im folgenden Fanpost-Beitrag überzeugen!
Kirill Golovchenko. Kachalka. Muscle Beach.
Ich war schon ein Fan der Bilder von „Kachalka“, einem riesigen Open-Air-Bodybuilder-Studio in der Nähe von Kiew, bevor Kirill Golovchenko sie nun als Buch im Kehrer Verlag veröffentlicht hat. Als Kirill sie mir das erste Mal zeigte, konnte ich kaum fassen, was ich da sah, so surreal mutete die gesamte Situation an, wenn Menschen jeden Alters und jedweder Gestalt sich an selbstgebauten, aber immer blauen Fitness-Geräten malträtieren. Weiterlesen
Fanpost 5:
Fanpost. Die feste Rubrik im Blog. Seiner Bewunderung für ein Fotobuch Ausdruck geben! Hier kommen Buchhändler und Fotografen, Bibliophile, Experten und Nichtexperten zu Wort, um sich als Fans eines aktuellen Fotobuches zu bekennen. Eines, für das sie besonders schwärmen! Heute mit Michael Klein, einem absoluten Nerd der Fotobuchszene. Er betreibt die Fotobuchhandlung im Haus der Photographie in Hamburg und bespricht von Zeit zu Zeit Bücher für einschlägige Magazine. Vorher war er jahrelang im legendären PPS-Bookshop tätig, einer der ersten Fotobuchhandlungen in Deutschland. Wer die schöne Buchhandlung noch nicht kennt, dem sei unbedingt ein Besuch ans Herz gelegt: immense Auswahl und ein kompetenter Buchhändler, der immer für einen überraschenden Buchtipp, weit ab vom fotografischen Mainstream, gut ist. Kontakt: www.deichtorhallen.de
Olivia Arthur – Jeddah Diary
Frauenleben in Saudi Arabien. Wie von selbst öffnen sich die Schubladen im Kopf: In schwarze Abayas gekleidet, huschen islamische Frauen, immer zwei Schritte hinter ihren Männern, über die Straßen. Der schmale Schlitz des Tschadors lässt lediglich die Augen frei. Wie sich der Körper damit den fremden Blicken entzieht, so verborgen scheint uns das Alltagsleben dieser Frauen in Saudi Arabien überhaupt zu sein. Ein trostloses Dasein in Isolation und Rechtlosigkeit. Verhüllung=Unterdrückung. Weiterlesen





![Peter Puklus. The Rainbow Library, 2011. [800x600]](http://photonews-blogbuch.de/wp-content/uploads/Peter-Puklus.-The-Rainbow-Library-2011.-800x600-300x199.jpg)





